Lotto-Mafia auf Beutezug im Internet
Written by weblog2 on Thursday, June 25th, 2009 in Internet.
Einmal Lottokönig sein und dann in Geld schwimmen – davon träumen täglich Millionen Menschen weltweit. Die Erfüllung dieses Traums stellt eine aktuelle Spam-Welle in Aussicht.
In dieser Mail versprechen die Versender einen Gewinn in Höhe von 2,35 Millionen und bitten um eine schnelle Kontaktaufnahme via Telefon. Nach Einschätzung der Polizei geht es bei dieser Masche um Überweisungsbetrug oder gar um Geldwäsche. G Data ging der Sache nach und rief European Lotto Monitoring in Madrid an.
„Die Masche ist nicht neu, aber dass die Täter diesmal eine echte Telefon-Nummer angegeben haben, ist ungewöhnlich. In der Regel haben es die Betrüger auf die Personen- und Kontodaten abgesehen. Diese werden dann für weitere Betrugszwecke oder für Geldwäsche-Aktionen missbraucht. Bei der aktuellen Spam-Welle handelt es sich wahrscheinlich um eine Geldwäsche-Aktion. Wir raten daher, auf keinen Fall auf die E-Mails zu antworten und diese sofort zu löschen“, so Ralf Benzmüller, Leiter G Data Security Labs.
Frank Plewka, Pressesprecher der Polizei Bochum, bestätigt diese Einschätzung und warnt eindringlich vor European Lotto Monitoring. „Kriminalität ist findig und bei diesen Mails handelt es sich um Massenmails, die gern sagenhafte Gewinne versprechen. Selbst wenn nur ein User von 1000 darauf reinfällt, lohnt es sich. Doch nicht für den Anwender, sondern für die Betrüger und Geldwäscher. Die Betrogenen ziehen sich durch alle Schichten – vom Arbeiter bis zum Pfarrer, der Geld für einen neuen Dachstuhl benötigte und dadurch das bereits Angesparte verlor.“
G Data wollte es genau wissen und rief die spanische Rufnummer in Madrid an. Am anderen Ende der Leitung meldet sich ein netter Herr, der gebrochen Deutsch spricht und sich als Repräsentant von European Lotto Monitoring Unit ausgibt. Er selbst kann zu den Gewinnen nichts sagen, da er lediglich die Kontaktdaten sammelt. Die Summe von 2,35 Millionen Euro sei aber richtig, bestätigt er. Wie hoch der Gewinn wirklich ausfällt, könne jedoch variieren. Der Name des Mannes: Randy Peters.
G Data hat die gesammelten Informationen umgehend an die Ermittlungsbehörden weitergeleitet.

Sophos hat die Spam-Trends und aktivsten Länder beim Versand unerwünschter Mails im vierten Quartal 2008 ermittelt: Den Analysen der SophosLabs, der weltweiten Forschungszentren von Sophos, zufolge nutzen Spammer zunehmend unterschiedliche Täuschungstaktiken und Verbreitungswege: Dazu gehört auch der Versand von Spam über Social-Network-Plattformen wie Facebook oder Twitter. Zudem enthalten immer mehr Spam-Mails schädliche Dateianhänge oder Links, die auf infizierte Websites führen. Knapp 20 Prozent aller Spam-Mails stammten im vierten Quartal 2008 aus den USA, die die Rangliste der zwölf aktivsten Länder beim Spam-Versand damit weiter anführen. Deutschland nimmt mit einem Anteil von 2,4 Prozent den elften Rang ein – die Schweiz findet sich auf Platz 38 (0,35 Prozent) und Österreich auf Platz 44 (0,25 Prozent). Im Vergleich der Kontinente behauptet Asien nach wie vor die Spitzenposition – gefolgt von Nord-Amerika auf dem zweiten und Europa auf dem dritten Rang.